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Der Männerchor
1949. Der 2. Weltkrieg ist endlich vorbei. Das Land liegt am Boden. Vieles ist zerstört. Es herrscht Not auch in Vollstedt. Viele
Flüchtlinge müssen integriert werden.
Genau in dieser Situation, oder sollte man sagen gerade wegen dieser Situation entsteht am 9. Februar 1949 in Groß Vollstedt ein
Chor. Unter der Leitung von Arthur Plath, einem Flüchtling, tun sich acht Sänger
zusammen und singen. Es entsteht der Männergesangverein Groß Vollstedt.
Der Chor wächst, schrumpft bis an die Grenze der Singfähigkeit, wächst wieder, Sänger treten aus, Sänger treten ein, Chöre spalten
sich ab, der Verein bringt neue Chöre hervor - und sie singen immer noch.
Der Verein umfasst mittlerweile die Sparten Frauenchor, GosPop-Singers, KiJuCho-Sänger und Wichtelchor und immer noch, seit
über 55 Jahren, den Männerchor.
Dieser Männerchor, der bis 1992 gleichzeitig den Verein ausmachte, hatte stets ein Gespür dafür, wann es an der Zeit ist, sich zu
verändern, sich den Gegebenheiten im Dorf anzupassen, nach vorne zu schauen. So war der Männechor und damit auch der Verein
nie eine geschlossene Loge, sondern ein für alle Alters- , Geschlechts- und Stilgruppen offenes Forum.
Frauen aus der Gegend wollten auch gerne im Chor singen - der Verein bot einen Frauenchor an und nannte sich sogar um in
Gesangverein Groß Vollstedt.
Jüngere Erwachsene wollten auch gerne im Chor singen, allerdings eher ein anderes, modernes Liedgut. Der Verein bot den
Gospelchor (jetzt GosPop-singers) an.
Viele Kinder und Jugendliche, welche gerne singen, mussten stets nach Nortorf fahren. Der Verein bot die Kinderchöre
(Wichtelchor und KiJuCho) an.
Doch neben diesen ganzen Sparten gab es immer den Männerchor. Gründungsmitglied Kurt Fritz singt gar bis zum Jahr 2004.
Bei Gruppensängerfesten und bei den traditionellen Vollstedt Chorschauen erkannte man ob der Stimmgewaltigkeit immer,
wann der Männerchor an der Reihe war.
Doch wie die meisten traditionellen Männer- und Frauenchöre der Region hat auch der Männerchor in Groß Vollstedt zwei
Probleme: Die Mitglieder werden immer älter und jüngere Sänger kommen nicht hinzu, die schließen sich eher den
GosPop-singers an.
Wie bereits beschrieben hat der Verein ein Gespür dafür, wann er auf eine solche Situation reagieren muss. So beschloss man
2007, eine Fusion mit der Liedertafel Thienbüttel in Nortorf einzugehen.
Gemeinsamer Chorleiter für Chorgemeinschaft wurde Jens Jacobsen, der zuvor bereits die Liedertafel Thienbüttel musikalisch leitete.
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